Archiv für September, 2007

Beförderung dank gutem Aussehen

Dunkel glühen seine Augen unter der Hutkrempe. Der schmale Mund signalisiert: Ich bin nicht zu Scherzen aufgelegt. Ein martialischer Halsschmuck zeugt davon, dass ein echter Kerl vor einem steht. Fast hört man ihn knurren und mit den Zähnen fletschen. Abweisend hält er die Arme zur Seite. Eine Geste, die so gar nichts von Hilflosigkeit hat.

Daneben Sie: milde lächelnd, der Liebreiz in Person. Große strahlende Augen und eine Nase, die gar nicht anders sein kann als stupsig. Diverser blumiger Schmuck zeigt deutlich, dass es sich um eine kleine Diva handelt. Sie breitet die Arme aus. “Komm zu mir” ist in dieser Geste zu lesen.

Beide sind in Naturfarben gewandet. Das trägt man wohl so in diesem Herbst. Aber wie passen die ungleichen Gestalten zusammen? Ganz einfach: Sie haben denselben Job. (weiterlesen…)

30 September, 2007 at 17:22 Hinterlasse einen Kommentar

Midgard-Projekt: Bürger außen vor

Nein, es ist kein Indogermanendorf. Diese gern benutzte Bezeichnung ist viel zu ungenau, weil sie von Sizilien bis Schweden gültig wäre. Es soll ein Dorf der Altsachsen werden, wie es vor mehr als 1000 Jahren tatsächlich in der Haseldorfer Marsch existiert haben könnte. Doch wie immer auch die Bezeichnung für das geplante Midgard-Projekt in Haseldorf ist, vorerst ist ihm ein Riegel vorgeschoben worden. Nach heftiger Kritik aus Reihen der SPD hat sich nun auch die CDU festgelegt. Sie will die notwendigen Änderungen im Bebauungsplan und in der Flächenplanung der Gemeinde nicht befürworten. Eine politische Notbremsung, um wieder Ruhe ins Dorf zu bringen? (weiterlesen…)

23 September, 2007 at 16:39 1 Kommentar

Ausweglos


Ein ganz normales Schild an einer Baustelle, aber …


… wo bitte ist die andere Seite? Nur noch Sand und Arbeitsfläche.

23 September, 2007 at 16:15 Hinterlasse einen Kommentar

Neulich am Ferienende

Samstagmorgen, Bushaltestelle Hörnum-Mitte auf Sylt. Kofferbewehrte Menschen wollen zum Westerländer Bahnhof. Gut, dass der Bus bei dieser zweiten Station noch recht leer ist. Alle finden einen Platz für sich, ihre Kinder, Kinderwagen und sonstiges Gepäck. Nur wenige Haltestellen später hat sich das Bild komplett geändert. Dort, wo eigentlich Kinderkarren stehen könnten, drängeln sich Koffer. Erste aggressive Stimmung unter den Fahrgästen. Eltern nehmen Kinder auf den Arm, Hundebesitzer stellen sich breitbeinig schützend über ihre Tiere. Keiner kommt mehr durch in dem langen Gefährt. Schon ungünstig, dass es Fahrscheine nur beim Fahrer gibt. Was soll’s? Kontrolleure kämen sowieso nicht durch. An der nächsten Station stapelt eine offensichtlich bestens erholte Dame schwungvoll diverse große Rollenkoffer um mehr Platz zu schaffen. Derweil drückt sich ein männlicher Fahrgast so sehr vor Mithilfe, dass er zu zwei Dritteln einer Dame auf dem Schoß sitzt. Ja, nehmen Sie doch Platz, kann ich Ihnen einen vielleicht noch Kaffee anbieten? Buggys werden gefaltet, kleinere Reisetaschen erbarmungslos zusammen gequetscht. Schade um zerbreckliche Mitbringsel. Und es passen immer noch mehr Menschen mit Gepäck in den Bus. Wenn niemand aussteigen will, stoppt der Fahrer nicht mehr an den nächsten Haltestellen. Endlich Westerland Bahnhof! Eine erleichterte Menge quillt aus dem Bus. Eine Situation, die sich regelmäßig so oder ähnlich abspielt. Was hindert die Sylter Verkehrsbetriebe eigentlich daran, an traditionellen Wechseltagen zwei Busse in kurzen Abständen einzusetzen? Die Kosten können es kaum sein. Immerhin bezahlt jeder Fahrgast so man ihn denn lässt für diese Strecke 3,70 Euro und investiert reichlich Nerven am Abreisetag. Kundendienst und Fremdenverkehrsförderung hört nicht am Strandübergang auf.

3 September, 2007 at 22:14 2 Kommentare


 

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