Neulich bei der Zeitungslektüre
28 Januar, 2008
Da liegt sie. Ruhig und meist in schwarz gewandet vermittelt sie kein Gefühl von Gefahr. Oder sind bei genauerem Hinsehen nicht ihre Konturen fransig? Schimmert da nicht eine gewisse hinterhältige Bosheit durch? Etwas Schlimmes muss sie jedenfalls an sich haben, die Schrift, die da auf dem Papier ihr Dasein fristet. Denn sie wird bewacht. Wie sonst ist der Begriff Schriftwärterin zu verstehen?
Abschied an der Haustür. Sie drückt ihm ein Küsschen auf die Wange und sein Pausenbrot in die Hand. „Stehl gut“ lächelt sie ihn an. Keine Frage, welchem Beruf er nachgeht. Was er nach getaner Arbeit nach Hause bringt, ist logischerweise Stehlgut. Ein Begriff den der Duden nicht kennt, aber die Polizei. Bei Diebstählen taucht er gern in Meldungen der Polizeipresseabteilung auf.
Häufig ist diese Spezialprosa später auch in der Zeitung zu finden. Und sie ist nicht allein. Merkwürdige Wortschöpfungen oder Wiederholungen falscher bis nicht existierender Begriffe wie Attraktivierung oder Ehrenämtler sind keine Einzelgänger. Arme Sprache, wirst so verletzt von denen, die dich eigentlich lieben sollten.
Entry Filed under: Kolumne, Vermischtes. Schlagworte: Attraktivierung, Ehrenämtler, falsches Deutsch, Stehlgut.
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1. Auf gut Deutsch « Interessantes aus Schleswig-Holstein | 30 Januar, 2008 at 18:22
[...] wieder lese ich Sätze in Zeitungen, die mich das Gruseln lehren. Sprachliche Missgriffe in Redaktionen sind nicht nur ein Zeichen von [...]